Liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Julia, ich bin 22 Jahre alt und habe 2013 meine Ausbildung zur Logopädin am Diakonie-Kolleg Hildesheim begonnen. Nachdem es im ersten Ausbildungsjahr rund um die Kindersprache ging, möchte ich Ihnen an dieser Stelle über mein zweites und drittes Ausbildungsjahr berichten.

Im zweiten Ausbildungsjahr drehte sich alles um die Neurologie und die verschiedenen logopädischen Störungsbilder. Diese ergeben sich aus Sprach-, Sprech-, Stimm- oder Schluckstörungen, die z.B. nach einem Schlaganfall, durch Morbus Parkinson oder ein Schädel-Hirn-Trauma auftreten können. Nach dem die neurologischen Grundlagen vermittelt wurden, bekamen wir die Möglichkeit, in Therapeutenteams unter Anleitung einer Lehrlogopädin Therapien in einem Pflegeheim durchzuführen. Unser Patient hatte einen Schlaganfall und hatte Schwierigkeiten, wichtige Wörter zu schreiben. Wir halfen ihm in der logopädischen Therapie Schritt für Schritt dabei, diese Schwierigkeiten abzubauen. Es war sehr spannend zu sehen, wie man das Sprachsystem aktivieren und therapeutisch unterstützen kann.

Nach dieser praktischen Phase ging es nun Anfang des dritten Ausbildungsjahres in das nächste mehrwöchige Praktikum unter dem Schwerpunkt „Neurologie“, für welches ich mich in einer Rehaklinik beworben hatte. Hier konnte ich alle neurologischen Störungsbilder sehen, die wir zuvor im Unterricht behandelt hatten. Ebenfalls bekam ich die Möglichkeit, selbst Therapien im Bereich der Aphasie und Dysarthrie durchzuführen. So behandelte ich eine Patientin mit einer Aphasie und Wortfindungsstörungen, durch die sie sich sehr eingeschränkt fühlte. Daraufhin erarbeitete ich mit ihr u.a. Selbsthilfestrategien, um gezielt reagieren zu können, wenn ihr ein Wort nicht einfiel.Dieses Praktikum hat mir sehr viel Spaß gemacht, da ich die Theorie aus der Schule mit der Praxis verknüpfen und in selbstdurchgeführte Therapien einbringen konnte.

Nach dem Praktikum folgte in der Schule die nächste praktische Phase, indem wir in Therapeutenteams Stimmtherapien durchführten. Hier kamen Patienten mit Stimmproblemen zu uns, die sich z.B. aufgrund von Überlastungen der Stimme im Alltag oder durch Krankheiten ergaben. Um unseren Patienten zu helfen,  führten wir in der Schule wöchentlich eine Therapieeinheit unter Anleitung durch. Es war interessant für mich zu sehen, wie man mit der logopädischen Arbeit an der Stimme etwas verändern und optimieren kann.

Jetzt, mitten im dritten Ausbildungsjahr, dreht sich alles um die anstehenden Prüfungen. Wenn diese geschafft sind, werde ich dank des Kooperationsstudiums weiterhin an der HAWK Hildesheim einen der beiden Bachelorstudiengänge für die Logopädie studieren und nebenbei in einer logopädischen Praxis arbeiten. So habe ich die Möglichkeit, die unterschiedlichen logopädischen Störungsbilder praktisch zu vertiefen und festzustellen, welcher Bereich mir besonders gefällt, um mich später gegebenenfalls auf ein Gebiet zu spezialisieren.

Januar 2016