"LogopädInnen werden immer gebraucht "

Einweihungsfeier für die neue Logopädie-Schule des Diakonie-Kollegs

Pastor Hans-Peter Hoppe, Vorstand der Dachstiftung Diakonie und Vorsteher des Stephansstiftes, warnte vor einem Fachkräftemangel.

Dr. Manfred Marquardt (links) und Hans-Peter Hoppe von der Leitung des Stephansstiftes gratulierten Schulleiterin Anja Bormann zu ihrer erfolgreichen Arbeit

Der Chor der Studierenden gestaltete die musikalischen Intermezzi

Jetzt ist das Diakonie-Kolleg des Stephansstiftes ganz in Hildesheim angekommen. Im Sommer 2012 hatte das Diakonie-Kolleg damit begonnen, seine Logopädie-Schule von Hannover nach Hildesheim zu verlagern. Dieser Prozess ist abgeschlossen. Mit einer Eröffnungsfeier am 27.11.13 und vielen Gästen aus den Institutionen diverser Kooperations-
partner wurde die neue Schule nun auch offiziell eingeweiht.

Noch sei die Schule für Logopädie, die ihr Domizil im Leester-
haus an der Waterloostraße hat, ein „zartes Pflänzchen“, sagte Dr. Manfred Marquardt, der Geschäftsführer der Stephansstift Bildung und Ausbildung gGmbH, zum Auftakt der Feier. Vor allem zwei Gründe sprächen für ein gutes Wachstum: Zum Einen gebe es dieses Ausbildungsangebot nur einmal in der Region Hildesheim. Überdies eröffne die enge Verzahnung mit dem Studiengang Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie an der Hochschule HAWK in Hildesheim Perspektiven, die Schülerinnen und Schüler an anderen Standorten so nicht vorfänden.

Die Bedeutung der Arbeit an der Logopädie-Schule stellte Pastor Hans-Peter Hoppe, Vorstand der Dachstiftung Diakonie und Vorsteher des Stephansstiftes, in einen größeren gesellschaftlichen Kontext. „Wir laufen auf einen Fachkraftmangel hin“, warnte Hans-Peter Hoppe. Die Dachstiftung habe es sich deshalb entschieden, nicht nur intensiv nach Fachkräften für die zahlreichen diakonischen Einrichtungen des Stephansstiftes zu suchen, sondern selbst für die Heranbildung von fachlichem Nachwuchs zu sorgen.

Dass dies in der Logopädie kein neues Thema ist, zeigte Schulleiterin Annja Bormann in einem kurzen Rückblick. Schon als die Logopädie-Schule zu Beginn der 80-er Jahre in Hannover gegründet worden sei, habe es zu wenig Fachkräfte gegeben. Damals sei ein anderer Aspekt erschwerend hinzugekommen: „In der Bevölkerung war unser Beruf noch weitgehend unbekannt.“ Dies habe sich jedoch geändert, so Annja Bormann: „Heute ist der Beruf in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Inzwischen arbeiten Logopädinnen und Logopäden mit Menschen jeden Alters.“

Die Kooperation mit der HAWK sieht Anja Bormann als Chance, innovative Impulse und eine kritische Auseinandersetzung mit bestehenden Theorien in die Ausbildung aufzunehmen. Mit dieser Kombination seien die angehenden LogopädInnen in Hildesheim „immer noch Pioniere“, sagte die HAWK-Dozentin Hanna Ehlert. Die Verquickung von solider Berufsausbildung mit wissenschaftlicher Lehre sei bislang noch die Ausnahme. In Zukunft werde sich das Berufsbild jedoch verändern, der Stellenwert einer Hochschulausbildung nehme bei LogopädInnen zu. „Der reflektierte Praktiker – das ist das, was wir wollen“, betonte die HAWK-Dozentin.

Gute Berufsaussichten haben die Hildesheimer AbsolventInnen ohnehin – die Vermittlungsquote der Schule des Diakonie-Kollegs liegt bei 100 Prozent. Das werde auch in Zukunft so bleiben, zeigte sich Schulleiterin Annja Bormann optimistisch. Nach 35 Berufsjahren als Logopädin ist sie überzeugt: „Logopädinnen und Logopäden werden immer gebraucht.“ Obendrein können sie gut singen, wie der von Elin Rittich geleitete Chor der Studierenden in vier musikalischen Intermezzi eindrucksvoll unter Beweis stellte: reflektierte PraktikerInnen mit einem Gespür für den guten Ton.

Text und Foto: Kultur & Kommunikation (Ralf Neite)